Die Wissenschaft des Fettabbaus, einfach erklärt

· 3 Min. Lesezeit · Vom AIMS-Team

Wohin verschwindet Fett, wenn du es verlierst? Wie dein Körper Energie verbrennt, warum gezielter Fettabbau nicht geht und was beim Abnehmen wirklich zählt.

Rund um den Fettabbau gibt es viel Lärm: fettverbrennende Lebensmittel, spezielle Tees, „Stoffwechsel-Hacks“. Darunter steckt ziemlich einfache Biologie. Wenn du sie verstehst, kannst du den Großteil des Lärms ignorieren.

Was Körperfett eigentlich ist

Körperfett ist gespeicherte Energie. Wenn du mehr Energie isst, als du brauchst, legt dein Körper den Überschuss als Triglyceride in Fettzellen ab, ein bisschen wie beim Aufladen eines Akkus. Wenn du mehr Energie brauchst, als du isst, holt dein Körper sich etwas davon zurück.

Der Kerngedanke: Beim Abnehmen verlierst du keine Fettzellen, sie schrumpfen. Fettabbau heißt einfach, dass dein Körper den Akku leert.

Wohin geht das Fett?

Das überrascht die meisten, auch viele Ärztinnen und Ärzte. Wenn Fett verbrannt wird, wird es in Kohlendioxid und Wasser zerlegt. Forschende haben im BMJ ausgerechnet: Wenn du 10 kg Fett verlierst, verlassen etwa 8,4 kg deinen Körper als Kohlendioxid, das du ausatmest, und etwa 1,6 kg als Wasser (über Schweiß, Urin und Atem).

Du atmest also ganz wörtlich den Großteil deines Fetts aus. Das heißt aber nicht, dass schnelleres Atmen Fett verbrennt. Du atmest nur dann zusätzliches Kohlendioxid aus, wenn dein Körper tatsächlich mehr Energie verbraucht, als du gegessen hast.

Wie dein Körper Energie verbraucht

Jeden Tag verbrennst du Energie auf drei Hauptwegen:

TeilWas es istAnteil am Tag
GrundumsatzHält dich am Leben: Herz, Gehirn, Organe, KörpertemperaturGrößter Anteil, etwa 60–70 %
VerdauungEnergie, um dein Essen aufzuspaltenEtwa 10 %
BewegungSport plus jede Bewegung im Alltag: Gehen, Stehen, Zappeln, HausarbeitDer Rest, und der Teil, der am stärksten schwankt

Beachte: Eine Trainingseinheit im Gym ist nur ein Teil der „Bewegung“. Deine täglichen Schritte und deine allgemeine Aktivität verbrennen über die Woche oft mehr als dein Training.

Die Regel, die über Fettabbau entscheidet

Fett baust du ab, wenn du über längere Zeit mehr Energie verbrennst, als du isst: ein Kaloriendefizit. Low-Carb, Low-Fat, Intervallfasten und andere Diäten funktionieren alle, wenn sie dieses Defizit erzeugen, und keine funktioniert ohne.

Genau das zeigte die große DIETFITS-Studie: Nach 12 Monaten hatten Menschen mit einer gesunden Low-Fat-Ernährung und Menschen mit einer gesunden Low-Carb-Ernährung etwa gleich viel abgenommen. Die beste Diät ist die, die du wirklich durchhältst.

Warum der Fortschritt langsamer wird

Je leichter du wirst, desto weniger Energie braucht dein Körper: Es gibt weniger von dir zu bewegen und zu versorgen. Vielleicht bewegst du dich auch etwas weniger, ohne es zu merken. Forschung von Kevin Hall an den US National Institutes of Health hat gezeigt, dass das Abnehmen deshalb mit der Zeit natürlich langsamer wird und warum die alte Regel „3.500 Kalorien = 1 Pfund“ über Monate zu viel verspricht.

Das ist normal, kein „Hungermodus“ und kein kaputter Stoffwechsel. Die Lösung: Pass dein Kalorienziel einfach an, wenn dein Gewicht sinkt.

Du kannst nicht aussuchen, wo das Fett verschwindet

Sit-ups verbrennen kein Bauchfett. In einer Studie machten Leute sechs Wochen lang Bauchübungen und verloren nicht mehr Bauchfett als eine Gruppe, die das nicht tat. Deine Gene und Hormone bestimmen, in welcher Reihenfolge das Fett verschwindet. Sit-ups stärken die Bauchmuskeln darunter, das Fett darüber geht nur mit dem gesamten Fettabbau.

Verlier Fett, nicht Muskeln

Im Defizit kann dein Körper Energie aus Muskeln und aus Fett holen. Zwei Dinge sagen ihm, dass er die Muskeln behalten soll:

  • Krafttraining zwei- bis viermal pro Woche, damit dein Körper einen Grund hat, sie zu behalten.
  • Genug Protein, etwa 1,6 g pro kg Körpergewicht am Tag oder mehr während der Diät.

Wenn du Muskeln behältst, siehst du am Ende straffer aus, nicht nur kleiner, und es hilft dir, das Gewicht zu halten.

Kurz zusammengefasst

  • Körperfett ist gespeicherte Energie, beim Fettabbau schrumpfen die Fettzellen.
  • Der Großteil des verlorenen Fetts verlässt dich als Kohlendioxid, das du ausatmest.
  • Ein Kaloriendefizit treibt den Fettabbau an, egal mit welcher Diät du es erreichst.
  • Der Fortschritt wird langsamer, je leichter du wirst, also pass dein Ziel an.
  • Gezielter Fettabbau an einer Stelle geht nicht. Trainier mit Gewichten und iss genug Protein, um deine Muskeln zu halten.

Das Defizit ist alles, worauf es ankommt, und man verliert es leicht aus den Augen. AIMS zählt es für dich mit, während du einträgst, und der wöchentliche Check verschiebt dein Ziel, wenn sich dein Gewicht ändert.

Quellen

  1. Meerman R, Brown AJ. When somebody loses weight, where does the fat go? BMJ, 2014.
  2. Hall KD et al. Quantification of the effect of energy imbalance on bodyweight. The Lancet, 2011.
  3. Vispute SS et al. The effect of abdominal exercise on abdominal fat. Journal of Strength and Conditioning Research, 2011.
  4. Gardner CD et al. Effect of low-fat vs low-carbohydrate diet on 12-month weight loss in overweight adults (DIETFITS). JAMA, 2018.
  5. Morton RW et al. Protein supplementation and resistance training-induced gains in muscle mass and strength. British Journal of Sports Medicine, 2018.

Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und keine ärztliche Beratung. Kalorien- und Proteinangaben sind Schätzungen; die echten Werte hängen vom Rezept und der Portion ab. Wenn du eine Erkrankung hast, schwanger bist oder Medikamente nimmst, die dein Gewicht beeinflussen, sprich mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Ernährungsfachkraft, bevor du deine Ernährung änderst.

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